Wenn das Thema Diabetes für sie neu ist:
Diabetes bezeichnet eine Gruppe von Krankheiten, die durch einen hohen Gehalt an Blutglukose (auch Blutzucker genannt) gekennzeichnet sind. Dieser entsteht durch mangelnde Insulinproduktion, nicht wirkendes Insulin oder beides.
Diabetes ist eine Funktionsstörung des Stoffwechsels, die durch eine Hyperglykämie oder erhöhte Blutglukose (Blutzuckerwert) charakterisiert ist. Unser Organismus funktioniert am Besten bei einer bestimmten Höhe von Zucker im Blutkreislauf. Ist dieser Wert zu hoch oder zu niedrig fühlen wir uns meistens schlecht.
Als Diabetes wird bezeichnet, wenn die Blutzuckerwerte andauernd zu hoch sind.
Klassische Symptome sind:
- Häufiges Hungergefühl (möglicherweise in Zusammenhang mit Zittern)
- Häufiges Wasserlassen
- Häufiges durstig sein
Das häufige Hungergefühl lässt sich darauf zurückführen, dass der Diabetiker Glukose nicht gut verwerten kann. Die Glukose zirkuliert zwar im Blut, aber die Zellen können sie nicht aufnehmen, um daraus Energie zu gewinnen. Die überschüssigen Blutzuckermoleküle „schwappen“ ebenfalls in den Urin über, was bedeutet, dass der Blutfilter in den Nieren die überschüssigen Blutzuckermoleküle nicht hinreichend herausfiltern kann. Der zusätzliche Zucker im Urin sorgt dafür, dass Wassermoleküle ebenfalls folgen (ein normales physikalisches Prinzip) und deswegen der Diabetiker häufiger Wasserlassen muss. Dies führt nun offenkundig zum dritten klassischen Symptom, dem häufigen Durstig sein.
Weitere Symptome:
- Verschwommene Sicht,
- Erschöpft sein,
- Gewichtsverlust,
- Schwache Wundheilung (Schnitte, Kratzer, etc.),
- Trockener Mund, Trockene oder juckende Haut
- Impotenz (Männer)
- Wiederkehrende Infektionen
Nicht jeder Diabetiker wird all diese Symptome aufweisen. Es kann sogar sein, dass Typ 2 Diabetiker nicht eines dieser Symptome haben.
Wahrscheinlich haben bereits 400 millionen Menschen weltweit bereits Diabetes, doch viele haben ihn noch nicht erkannt. Schwergewichtige haben eine größere Wahrscheinlichkeit während ihres Lebens an Diabetes zu erkranken. Aufgrund des Diabetes können sich längerfristig Komplikationen entwickeln, die Nieren, Augen, Herz, Blutgefäße und die Nerven beeinträchtigen können:
- Herz-Kreislauf Erkrankungen und Amputationen der unteren Gliedmaße treten signifikant häufiger bei Patienten mit Diabetes auf, als bei denen ohne.
- Häufige Krankenhausbesuche sind bekannt unter Diabetikern und bei bestimmten gefährdeten Bevölkerungsgruppen ist die Wahrscheinlichkeit für viele Krankenhausaufenthalte größer.
- Die im Zusammenhang mit Diabetes auftretenden Komplikationen, verursachen hohe Kosten für das Gesundheitssystem, teilweise auch für die öffentlichen Versicherungsprogramme und sind größtenteils vermeidbar.
Der Typ 1 Diabetes würde früher “Insulin-abhängiger-Diabetes” (insulin-dependent diabetes mellitus kurz: IDDM) oder „Jugenddiabetes“ genannt. Typ 1 Diabetes entsteht wenn das Immunsystem des Körpers die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört hat. Diese Betazellen sind die einzigen Zellen im Körper, die in der Lage sind, das Hormon Insulin zu produzieren, welches den Blutzuckerhaushalt reguliert. Typ 1 Diabetiker müssen um zu überleben Insulin per Spritze oder Insulinpumpe zuführen. Diese Form des Diabetes betrifft gewöhnlich Kinder und Jugendliche, doch der Beginn der Krankheit kann in jedem Alter auftreten. Bei Erwachsenen tritt Typ 1 Diabetes bei 5 bis 10 Prozent der Diabetes Diagnosen auf. Die Risikofaktoren für Typ 1 Diabetes könnten Autoimmunerkrankung, Vererbung oder Umwelteinflüsse sein. Es gibt bisher noch keine bekannte Möglichkeit der Entwicklung vom Typ 1 Diabetes vorzubeugen. Einige klinische Versuche zur Vorbeugung vom Typ 1 Diabetes sind in Arbeit oder in Planung.
Der Typ 2 Diabetes wurde “Insulin-unabhängiger-Diabetes” (non-insulin-dependent diabetes mellitus kurz: NIDDM) oder “Altersdiabetes” genannt. Der Typ 2 Diabetes tritt bei 90 bis 95 Prozent der Diabetes Diagnosen auf. Er beginnt gewöhnlicher weise als Insulinresistenz, eine Funktionsstörung, bei der die Zellen für das Insulin nicht sensible genug reagieren. Obwohl der Bedarf an Insulin ansteigt, verliert die Bauchspeicherdrüse allmählich die Fähigkeit es zu produzieren. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Typ 2 Diabetes und Alter, Fettleibigkeit, Familiengeschichte, Schwangerschaftsdiabetes, Beeinträchtigung des Blutmetabolismus, Bewegungsmangel und Rasse. Menschen mit Übergewicht haben ein besonders hohes Risiko einen Typ 2 Diabetes und seinen Komplikationen zu entwickeln. Der Typ 2 Diabetes wird immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert.
Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Form von Glukose Intoleranz, die während der Schwangerschaft auftreten kann. Er tritt häufiger bei fettleibigen Frauen oder Frauen mit Diabetes in der Familiengeschichte auf. Der Gestationsdiabetes erfordert während der Schwangerschaft eine spezielle Behandlung, um den Blutzucker der Mutter zu normalisieren und Schäden an der Entwicklung des Kindes zu vermeiden. Unmittelbar nach der Schwangerschaft kann bei 5-10 Prozent der Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes ein zumeist Typ 2 Diabetes festgestellt werden. Frauen, die bereits einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von 40-60 Prozent, dass sie in den nächsten 5-10 Jahren einen Diabetes entwickeln.
Andere Typen des Diabetes entstehen aus bestimmten genetischen Bedingungen, z.B. wie beim Einsetzen der weiblichen Geschlechtsreife, medizinischen Behandlungen, Infektionen, Erkrankungen der Bauchspeicherldrüse oder andere Krankheiten. Solche Diabetes Typen von gehören zu 1-5 Prozent der diagnostizierten Fälle.
Als Pre-Diabetes wird ein Zustand bezeichnet, in dem der Blutzuckerlevel eines Menschen höher als normal ist, dieser Wert aber nicht hoch genug ist, um sie als Diabetes zu klassifizieren.
- Menschen mit Pre-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko an Typ 2 Diabetes, Herzkrankheiten oder Schlaganfall zu erkranken.
- Menschen mit Pre-Diabetes haben einen beeinträchtigten Nüchternglukosewert (impaired fasting glucose kurz: IFG) oder beeinträchtigte Glukosetoleranz (impaired glucose tolerance, kurz: IGT). Manche haben beides IFG und IGT.
- IFG bezeichnet einen Zustand in dem der Nüchtern-Blutglukoselevel bei 100 bis 125 mg/dL am Morgen liegt. Dieser Wert ist höher als Normal aber nicht hoch genug um als Diabetes klassifiziert zu werden.
- IGT bezeichnet einen Zustand wo der Blutglukoselevel bei 140 bis 199 mg/dl nach einem 2-stündigen oralen Blutglukose-Toleranztest. Dieser Wert ist höher als Normal aber nicht hoch genug um als Diabetes klassifiziert zu werden.
Diabetes Diagnose
Ärzte verlassen sich in erster Linie auf die Ergebnisse eines genauen Glukosetests. Dennoch sind diese Testergebnisse nur ein Teil der nötigen Information, um einen Diabetes zu diagnostizieren. Der Arzt bezieht ebenfalls die körperliche Beschaffenheit, die An- oder Abwesenheit von Symptomen und die medizinische Geschichte des Patienten in seine Erwägungen ein. Manche Menschen, die gerade sehr krank sind, haben vorübergehende Probleme mit erhöhtem Blutzucker. Jedoch verschwindet dieses Problem wieder sobald sie wieder gesund sind. Auch einige Medikamente verändern den Blutzuckerlevel (meistens handelt es sich um Steroide und bestimmte Harn-treibende Pillen (z.B. Wassertabletten). Die zwei Haupttests Blutzuckerprobleme fest zu stellen sind:
- Direkte Messung des Glukoselevel im Blut während der Nüchtern-Phase nachts.
- Messung der Fähigkeit des Körpers ein Übermaß an Zucker angemessen zu verarbeiten durch Zuführen eines hoch Glukose-haltiges Getränkes.
1. “Nüchterner” Blutzuckerwert:
Die “Hauptnorm” für die Diagnose einer Diabetes-Erkrankung ist eine angehobener Blutzuckerlevel nach der Nachtruhe (keine Zufuhr von Nahrung nach Mitternacht). Ein Wert über 140 mg/dL an wenigstens zwei Gelegenheiten bedeutet meistens, dass diese Person Diabetes hat. Der normale Blutzuckerwert am Morgen liegt gewöhnlich bei 70-110 mg/dL.
2. Der orale Blutzucker-Toleranztest:
Ein oraler Blutzucker-Toleranztest kann in einer gewöhnlichen Arztpraxis oder im Labor durchgeführt werden. Die Testperson wird bei nüchternem Magen getestet (letzte Nahrungs- oder Getränkezufuhr außer Wasser muss mindestens 10 und darf nicht länger als 16 Stunden her sein). Zu Beginn wird der Blutzuckerwert getestet und dann eine Flasche “Glukola” verabreicht, die besonders viel Zucker enthält. Danach wird im Abstand von 30 min, 1 Stunde und jede weitere Stunde erneut der Blutzuckerwert getestet.
Damit der Test zuverlässige Ergebnisse liefert, muss die Testperson bei guter Gesundheit sein und darf keine Medikamente nehmen, die die Testergebnisse verändern könnten. Während des Testes ist weder Kaffee noch Rauchen erlaubt, und man muss ruhen oder ruhig sitzen.
Beim oralen Blutzucker-Toleranztest wird über einen Zeitraum von mehreren Stunden einige Male der Blutzuckerwert gemessen. Bei einer Person ohne Diabetes steigt der Blutzuckerwert nach dem Glukose-Getränk abrupt an und sinkt dann schnell wieder auf einen Normalwert. Bei einem Diabetiker steigt der Blutzuckerwert nach einem Glukose-Getränk stärker als normal an und sinkt dann langsamer wieder auf den Normalwert oder erreicht diesen gar nicht. Entweder es ist kein Insulin ausgeschüttet worden, oder es wurde welches ausgeschüttet, aber der Körper und die Zellen sind ganz oder teilweise resistent dagegen.
Der Blutzuckerwert kann während dieses Testes von Person zu Person unterschiedlich sein. Aus diesem Grund sollte der Test, falls die Testergebnisse sich im mittleren Bereich befinden, noch einmal wiederholt werden, um eine richtige Diagnose zu gewährleisten.
Test Reaktion
Normale Reaktion
Man sagt, dass eine Person eine normale Reaktion zeigt, wenn der 2-stunden Blutzuckerwert bei weniger oder gleich 110mg/dL liegt.
Beeinträchtige Nüchtern-Glukose Impaired Fasting Glucose (IFC)
Wenn eine Person einen nüchternen Glukosewert von gleich oder mehr als 110 und weniger als 126 mg/dL aufweist spricht man von einer IFC. Es wird als Risikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes betrachtet und wird in der Zukunft wahrscheinlich noch weitere Tests nach sich ziehen, aber für sich genommen stellt das noch keine Diabetes Diagnose dar.
Beeinträchtigte Glukosetoleranz Impaired Glucose Tolerance (IGC)
Man spricht dann von einer beeinträchtigten Glukosetoleranz, wenn die 2-stunden Glukose-Ergebnisse nach dem Glukose-Toleranztest höher oder gleich 140 aber geringer als 200 mg/dL sind. Dies gilt ebenfalls als Risikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes. Es gab erst kürzlich Diskussionen den oberen Wert auf 180 mg/dL zu senken und diesen dann als milden Diabetes zu diagnostizieren. Das würde frühere Interventionen erlauben und so den möglichen Komplikationen durch den Diabetes vorbeugen.
Diabetes
Eine Person hat Diabetes, wenn die oralen Glukose-Toleranztests zeigen, dass der Blutzuckerlevel nach 2 Stunden gleich oder höher als 200 mg/dL sind. Dies muss durch einen zweiten Test (einem von dreien) an einem anderen Tag bestätigt werden. Es gab erst kürzlich Diskussionen den oberen Wert auf 180 mg/dL zu senken und diesen dann als milden Diabetes zu diagnostizieren. Das würde frühere Interventionen erlauben und so den möglichen Komplikationen durch den Diabetes vorbeugen.
Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes
Eine Frau hat einen Schwangerschaftsdiabetes, wenn sie schwanger ist und einen von folgenden Werten aufweist:
Einen nüchternen Glukosewert des Blutplasmas von mehr als 105 mg/dL,
Einen 1-stündigen Glukosewert von mehr als 190 mg/dL,
Einen 2-stündigen Glukosewert von mehr als 165 mg/dL, oder
Einen 3-stündigen Glukosewert von mehr als 145 mg/dL
Vorbeugung:
- Das Fortschreiten vom Pre-Diabetes zum Diabetes ist nicht zwangsläufig. Studien haben ergeben, dass Menschen mit Pre-Diabetes, die Gewicht verlieren und ihre körperliche Aktivität steigern, Diabetes vorbeugen, verzögern und sogar auch den Blutzuckerwert auf Normal-Werte bringen können.
- Im Diabetes Vorbeugungsprogramm, einer großen Präventionsstudie, kam zu Tage, dass Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko durch Änderungen ihrer Lebensumstände die Entwicklung von Diabetes um 58 Prozent über 3 Jahre verringern konnten. Bei Erwachsenen ab 60 Jahre oder älter waren es sogar um 71 Prozent.
- Die Interventionen bei Menschen mit Pre-Diabetes um Diabetes Typ 2 vorzubeugen oder zu verschieben sind leicht durchführbar und sehr Kosten-effektiv. Untersuchungen haben ergeben, dass Interventionen zur Änderung der Lebensumstände weitaus Kosten sparender sind, als das Verabreichen von Medikamenten.
Die wichtige Rolle von Insulin und Glukagon
Der menschliche Organismus ist bemüht den Blutzuckerspiegel in einem sehr schmalen Bereich zu halten. Insulin und Glukagon sind die zwei Hormone, die das gewährleisten sollen. Beide Hormone werden von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet und gehören somit zu den endokrinen Bauchspeicheldrüsen-Hormonen. Dieses Bild zeigt die enge Verbindung, die Insulin und Glukagon miteinander haben.
Bemerke, dass die Bauchspeicheldrüse im Zentrum des Schemas steht. Es ist die Produktion von Insulin und Glukagon durch die Bauchspeicheldrüse die letztlich bestimmt, ob ein Patient Diabetes bekommt, eine Unterzuckerung oder eine anderes Zuckerproblem bekommt.
Insulin und Glukagon sind zwei durch die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Hormone. Beide reagieren auf den Level des Blutzuckers im Blut, aber in entgegengesetzter Richtung!
Insulin wird normalerweise von den Beta-Zellen (eine Art der Inselzellen) der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet.
Der Reiz zur Insulin-Ausschüttung besteht in einem hohen Blutzuckerwert. Obwohl immer ein wenig Insulin von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, wird weitaus mehr ausgeschüttet, wenn der Blutzuckerwert ansteigt. Wenn der Blutzuckerwert fällt, verringert sich auch die Insulinausschüttung in den Inselzellen.
Wie am Schaubild erkennbar, hat Insulin eine Wirkung auf eine Reihe von Zellen, inklusive Muskeln, rote Blutzellen und Fettzellen (im Bild angezeigt). Als Antwort auf das Insulin, absorbieren diese Zellen die Glukose aus dem Blut und verringern damit wieder den Blutzuckerwert auf ein normales Maß.
Glukagon wird nach dem gleichen Prinzip wie das Insulin allerdings von den Alpha-Zellen der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet und in entgegengesetzter Richtung. Ist der Blutzuckerwert hoch wird keine Glukagon ausgeschüttet. Nur wenn der Blutzuckerwert sinkt (also zwischen den Mahlzeiten und während meist körperlicher Betätigung)wird mehr und mehr Glukagon ausgeschüttet. Wie auch beim Insulin hat Glukagon eine Wirkung auf viele Zellen des Körpers, doch am meisten auf die Leber. Glukagon bewirkt, dass die Leber die in ihr gespeicherte Glukose dem Blutkreislauf wieder zur Verfügung stellt, wodurch der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt. Glukagon bewirkt außerdem, dass die Leber (und einige andere Zellen z.B Muskelzellen) Glukose aus anderen Nährstoffen im Körper beschafft und herstellt.
Der menschliche Körper versucht den Blutzuckerspiegel bei Werten zwischen 70 mg/dL und 110 mg/dL(mg/dL bedeutet Milligramm Glukose auf 100 Milliliter Blut). Werte unter 70 mg/dL werden als "unterzuckert“ bezeichnet. Werte über 110 mg/dL gelten als normal, wenn man gerade vor 2-3 Stunden etwas gegessen hat. Aus diesem Grund möchte der Arzt den Blutzucker messen, wenn man gerade einen nüchternen Magen hat… da sollte der Wert zwischen 70 mg/dL und 110 mg/dL liegen. Auch nach dem Essen sollte der Blutzuckerwert unter 180 liegen. Werte darüber werden als “Überzuckerung” bezeichnet (was bedeutet dass man zu viel Glukose im Blut hat).
Behandlung:
- Viele Menschen mit Typ 2 Diabetes können ihren Blutzuckerwert mit Hilfe von einem gesunden Ernährungsplan, einem Trainingsplan, Verlust an übermäßigem Gewicht und oralen Diabetika kontrollieren und stabilisieren. Manche von ihnen werden darüberhinaus auch Insulin benötigen, um ihren Blutzuckerwert stabil zu halten.
- Menschen mit Typ 1 Diabetes müssen um zu überleben Insulin Injektionen oder –pumpen erhalten.
- Unter Erwachsenen mit Diabetes Diagnose –Typ 1 oder 2-brauchen
- 14 Prozent nur Insulin,
- 13 Prozent Insulin und orale Medikation,
- 57 Prozent nur orale Medikation,
- 16 Prozent weder Insulin noch orale Medikation.
- Durch individuelle Medikation lässt sich oft der Verlauf der Krankheit ändern
- Viele Menschen mit Diabetes brauchen ebenfalls Medikamente, um ihre Cholesterinwerte und den Blutdruck zu kontrollieren
- Training und Erziehung im Selbstmanagement ist der Schlüssel zur Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität. Es konzentriert sich besonders auf das selbstregulierbare Verhalten wie gesundes Essen, Bewegung und das Beobachten der Blutzuckerwerte. Es ist ein gemeinschaftlicher Prozess in dem die Diabetes-Ärzte und –Berater den Menschen mit Diabetes oder dem Risiko für Diabetes helfen, das nötige Wissen zu Erlangen um Probleme zu lösen und die nötige Erfahrung zu bekommen, um erfolgreich die Krankheit und die dazugehörigen Probleme für sich selbst zu managen.

Die Diabetes-Diät
Eine sinnvolle Diät ist sehr wichtig in Bezug auf Diabetes. Es gibt viele verschiedene Auffassungen davon, was nun die beste Diät ist. Unten finden Sie aber einen Leitfaden mit einigen generellen Prinzipien.
Patienten mit Typ1 Diabetes sollten eine Diät einhalten, die ungefähr 35 Kalorien pro Kilo Körpergewicht pro Tag vorsieht. Patienten mit dem Typ 2 Diabetes sollten generell nur 1500-1800 Kalorien pro Tag zu sich nehmen, um den Gewichtsverlust zu fördern und ihr Idealgewicht zu halten. Jedoch hängt das ebenfalls vom Alter der Person, seinem Geschlecht, des Bewegungspensums, dem momentanen Gewicht und der Körperbeschaffenheit ab.
Stark übergewichtige Personen brauchen am Anfang möglicherweise mehr Kalorien bis sie an Gewicht verloren haben. Das liegt daran, dass ein großer Körper zur Aufrechterhaltung der Funktionen mehr Kalorien benötigt und eine 1600 Kalorien-Diät für einen zu schnellen Gewichtsverlust sorgt und dadurch ungesund wird. Männer haben darüberhinaus eine größere Muskelmasse und brauchen deshalb mehr Kalorien. Muskeln verbrennen mehr Kalorien pro Stunde als Fett. (Das ist einer der Hauptgründe für Muskelaufbau und –Training!) Zudem haben Menschen mit geringer Bewegung einen verringerten Kalorienbedarf.
Generell sollte der Anteil an Kohlenhydraten in der Nahrung bis zu 50% der Kalorien am Tag aus machen (mit einem Spielraum von 40-60%). Ein geringer Blutzuckerspiegel hängt mit einer geringen Kohlenhydrataufnahme zusammen. Jedoch kann dieser positive Effekt durch eine Diät mit einem höheren Fettanteil wieder negiert werden. Dieses Problem kann durch das Verwenden von ungesättigten und mehrfach-ungesättigten Fettsäuren statt gesättigter Fettsäuren abgemildert werden.
Die meisten Menschen stützen sich beim Einschätzen, welche Diät für sie passt und wie viel Kalorien sie benötigen auf die Hilfe und Beratung eines Diät-oder Ernährungsberaters. Für Diabetiker ist es daher sehr wichtig das Zählen der Kohlenhydrate zu lernen, und wie sie ihren Blutzuckerspiegel durch eine geeignete Diät kontrollieren können.
Die Nahrungsgruppen verstehen
Es gibt drei Basisstoffe in der Nahrung: Fette, Proteine und Kohlenhydrate. Die Kohlenhydrate können in Zucker aufgespalten werden. Es ist sehr wichtig alle drei Stoffe in deine Diät zu integrieren, um eine gute Ernährung zu gewährleisten.
Warum Kohlenhydrate zählen?
Die Zufuhr von Kohlenhydraten sorgt dafür dass dein Blutzuckerspiegel ansteigt. Wenn du weißt, wie viele Kohlenhydrate du zu dir genommen hast, kannst du ungefähr einschätzen, wie hoch dein Blutzuckerspiegel sein wird. Je mehr Kohlenhydrate du zu dir nimmst, desto höher wird dein Blutzuckersiegel sein.
Welche Nahrungsmittel enthalten Kohlenhydrate?
Die meisten Kohlenhydrate, die wir zu uns nehmen, erhalten wir durch drei Nahrungsmittelgruppen: stärkehaltige Nahrung, Früchte und Milch. Gemüse enthält ebenfalls einige Kohlenhydrate, Nahrungsmittel mit Fleisch und Fett hingegen sehr wenige. Zucker kann hinzugefügt werden, oder ist natürlich vorhanden (z.B. in Früchten). Ob ein Produkt Zucker enthält, kann durch die Endung “-ose” (z.B. Glukose, Fruktose, Sukrose etc.), die auf der Inhaltsstofftabelle der Verpackung angegeben sind, heraus gefunden werden.
Um die Sache zu vereinfachen, zählen viele Menschen die Kohlenhydrate indem sie den Kohlenhydrat-Wert von Milch auf 10 aufrunden. Oder anders ausgedrückt; eine Portion Stärke, Frucht oder Milch enthält 10 Gramm Kohlenhydrate oder eine Kohlenhydrat-Einheit. Drei Portionen Gemüse enthalten ebenfalls 10 Gramm Kohlenhydrate. Jede Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit enthält eine bestimmte Grammzahl Kohlenhydrate.
Z.B: jedes Gramm Kohlenhydrat enthält 4 Kalorien Energie. Ein Diabetiker mit einer 1600 Kalorien Diät sollte 50% dieser Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen. Das wären dann insgesamt 800 Kalorien oder 200 Gramm Kohlenhydrate (bei 4 Kalorien pro Gramm) über den Tag verteilt. Bei 10 Gramm pro Einheit sind es 20 Einheiten Kohlenhydrate pro Tag.
Der Brennwert der Nahrung, den du zu dir nimmst, ist eng mit der Blutzucker-Kontrolle verbunden. Wenn du mehr Nahrung zu dir nimmst, als dein Nahrungsplan empfiehlt, hebt sich dein Blutzuckerspiegel. Obwohl Nahrungsmittel mit vielen Kohlenhydraten den größten Einfluss auf deinen Blutzuckerspiegel haben, beeinflussen alle Kalorien deinen Blutzuckerspiegel. Die einzige Möglichkeit zu gewährleisten, dass du die richtige Menge zu dir nimmst, ist deine Nahrung genau abzuwiegen. Ebenso wichtig ist es, die Kohlenhydratzufuhr über den Tag zu verteilen, um einen Zuckerüberschuss zu vermeiden. Regelmäßige Messungen deines Blutzuckers geben helfen dir einschätzen zu lernen, wie hoch dein Blutzuckerspiegel steigt, wenn du isst und dich bewegst.
Woher bekomme ich die Kohlenhydrat-Informationen?
Die “Nährwerttabelle” auf den Verpackungen ist der einfachste Weg, die Kohlenhydrat Informationen zu erhalten. Allerdings haben nicht alle Nahrungsmittel solche Angaben. Büchereien oder Buchhandlungen haben Bücher darüber, wie viel Kohlenhydrate in den Speisen von Restaurants, Fast Food-Ketten, Fertiggerichten oder frischen Nahrungsmitteln enthalten sind. Du wirst dennoch darauf angewiesen sein, deine Nahrung zu wiegen und abzumessen, um den genauen Wert der vorhandenen Kohlenhydrate abzuschätzen.
Wie zähle ich die Kohlenhydrate?
Die Kohlenhydrate kannst du in Gramm oder Einheiten zählen. Eine Kohlenhydrateinheit entspricht 10 Gramm Kohlenhydrate.
“Freie” Nahrungsmittel
Unter “freien” Nahrungsmitteln, versteht man Nahrungsmittel die du zu dir nehmen kannst, ohne sie zählen zu müssen. Freie Nahrung oder Getränke enthalten weniger als 20 Kalorien und 5 Gramm oder weniger Kohlenhydrate pro Portion. Wenn die Portion oder Nahrung mehr als 5 Gramm Kohlenhydrate enthält, solltest du es in deinem Plan mit einkalkulieren.
Beispiele für freie Nahrung:
Bouillon oder Brühe
Mineralwasser
Soda
Kaffee oder Tee
Diätgetränke
Mixgetränke ohne Zucker
Tonic Water, Zuckerfrei
Zuckerfreie Bonbons, Kaugummis und Gummibärchen
Marmelade oder Gele, light oder mit wenig Zucker
Zuckerfreier Sirup
Du solltest diese Nahrungsmittel ebenfalls über den Tag verteilt zu dir nehmen und nicht auf einmal.
Den Zucker in den Nahrungsplan integrieren.
Allgemein wird gedacht, dass ein Diabetiker alle Arten von Zucker vermeiden sollte. Die meisten von ihnen können jedoch Nahrungsmittel, die Zucker enthalten essen, solange der Gesamtwert an Kohlenhydraten für dieses Essen passt. Viele Studien haben gezeigt, dass Mahlzeiten, die Zucker enthalten bei gleichem Kohlenhydratwert gegenüber den Mahlzeiten ohne Zucker keinen unterschiedlichen Effekt auf den Blutzuckerspiegel haben. Sollte die Mahlzeit mit Zucker jedoch mehr Kohlenhydrate enthalten, steigt der Blutzuckerspiegel.
Das Kontrollieren aller Kohlenhydrate
Es ist wichtig sich zu merken, dass Zucker nicht das einzige Kohlenhydrat ist, was man unter “Kontrolle” halten muss. Der Körper wandelt alle Kohlenhydrate in Glukose um, also sorgen Extraportionen Reis, Nudeln, Brot, Früchte oder andere Kohlenhydrat haltige Speisen ebenfalls dafür, dass dein Blutzuckerspiegel steigt. Nur weil etwas keinen Zucker enthält, bedeutet das nicht, dass du soviel essen kannst, wie du willst. Dein Nahrungsplan ist so aufgebaut, dass von Tag zu Tag der Gehalt an Kohlenhydraten der Nahrung so passend wie möglich ist.
Zusätzlich enthalten viele Zucker enthaltende Nahrungsmittel ebenfalls viel Fett. Kekse, Teigwaren, Eiskrem und Kuchen sollten größtenteils vermieden werden, da sie viel Fett enthalten und außerdem wenig wertvolle Nährstoffe enthalten. Wenn du Verlangen nach etwas Süßem hast, nehme etwas mit wenig Fett in deinen Speiseplan auf, z.b. low-fat Joghurt, Ingwerstücke, Müsliriegel oder Vollkornriegel.
Komplikationen:
Herzkrankheiten und Schlaganfall
- 68% der Todesfälle im Zusammenhang mit Diabetes sind durch Herzkrankheiten bei Menschen ab 65 oder älter zu verbuchen
- 16% der Todesfälle im Zusammenhang mit Diabetes sind durch Schlaganfall bei Menschen ab 65 oder älter zu verbuchen
- Erwachsene mit Diabetes haben eine um das 2 bis 4 fache erhöhte Wahrscheinlichkeit an einer Herzkrankheit zu sterben als die ohne Diabetes
- Das Risiko für einen Schlaganfall ist 2-4 mal so hoch bei Menschen mit Diabetes
Hoher Blutdruck
- 75 Prozent der Erwachsenen mit Diabetes haben einen Blutdruck höher oder gleich 130/80 mm Hg oder nehmen ärztlich verordnete Mittel gegen Bluthochdruck ein.
Blindheit
- Diabetische Retinopathie ist der Hauptgrund der bei Erwachsenen im Alter von 20-74 Jahren zu neuen Blindheitsfällen führt.
Nierenerkrankung
- Diabetes sorgt in 44 Prozent aller Fälle für Nierenversagen
Nervenerkrankungen
- 60-70% der Diabetiker haben leichte bis mittlere Schäden am Nervensystem. Die Folgen solcher Schäden können verminderter Tastsinn oder Schmerzgefühl in Händen oder Füßen, verlangsamte Verarbeitung der Nahrung im Magen, Karpaltunnelsyndrom, Erektionsstörungen oder andere Nervenprobleme sein.
- An die 30 Prozent der Diabetiker im Alter von 40 Jahren oder älter haben einen verminderten Tastsinn in den Füßen-z.B. Taubheitsgefühl eines ganzen Bereiches
- Schwere Formen der durch Diabetes verursachten Nervenschäden sind eine der Hauptursache für die Amputation der unteren Extremitäten.
Amputationen
- Mehr als 60 Prozent der nicht-traumatischen Amputationen der unteren Gliedmaßen tauchen bei Menschen mit Diabetes auf.
Zahnkrankheiten
- Parodontose oder andere Zahnfleischerkrankungen tauchen häufiger bei Menschen mit Diabetes auf. Junge Erwachsene mit Diabetes haben oft ein 2x so hohes Risiko daran zu erkranken als die ohne Diabetes.
- Schlecht eingestellte Diabetiker neigen nahezu 3mal so häufig dazu an einer schweren Parodontose zu erkranken wie Nicht-Diabetiker.
- Bis zu einem drittel der Diabetiker haben ernsthafte Zahnfleischerkrankungen, bei denen, das Zahnfleisch bis auf 5 Millimeter oder mehr von den Zähnen zurückweicht.
Komplikationen bei der Schwangerschaft
- Bei Frauen mit dem Typ 1 Diabetes kann ein schlecht eingestellter Diabetes bei 5-10 Prozent der Schwangerschaften bei der Empfängnis und während des ersten Trimesters der Schwangerschaft schwere Behinderungen beim Kind verursachen, und die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburtenliegt bei 15 bis 20 Prozent der Schwangerschaften.
- Schlecht eingestellter Diabetes kann während des zweiten und dritten Trimesters der Schwangerschaft Riesenwachstum bei Babys verursachen, die ein Risiko für Kind und Mutter darstellen.
Andere Komplikationen
- Unkontrollierter Diabetes führt oft zu biochemischen Ungleichgewichten im Körper der akute und lebensbedrohliche Situationen verursacht. Das können das diabetische ketoazidotische und hyperosmolares, oder nicht-ketoazidotisches Koma sein.
- Menschen mit Diabetes sind viel empfänglicher für andere Krankheiten, und wenn sie solche Krankheiten haben, sind ihre Prognosen meist schlechter. Z.B. ist die Wahrscheinlichkeit an Krankheiten wie Grippe und Lungenentzündung zu sterben höher als bei Menschen ohne Diabetes.
- Menschen mit Diabetes, die 60 oder älter sind, klagen im Vergleich 2 bis 3 mal häufiger über die Unfähigkeit eine längere Strecke zu gehen, Stufen zu steigen, Hausarbeiten zu verrichten oder bewegliche Stützen zu gebrauchen, als Menschen ohne Diabetes im gleichen Alter.
Maßnahmen zur Diabetes-Prävention
Diabetes kann viele Teile des Körpers betreffen und zu ernsten Komplikationen, wie Blindheit, Nierenversagen, und Gliedmaßen-Amputation führen. Wenn Menschen mit Diabetes, Selbsthilfegruppen und die Medikamentenhersteller zusammen arbeiten, können diese Folgeerkrankungen und andere Komplikationen reduziert werden. Dies geschieht durch Kontrolle des Blutzuckerspiegels, des Blutdrucks, der Blut-Lipide und durch das rechtzeitige Erhalten von sinnvollen Vorbeugemaßnahmen und Übungen.
Blutzuckerkontrolle
- Studien auf der ganzen Welt haben ergeben, dass verbesserte Blutzuckerkontrollen sowohl dem Typ 1, als auch bei Typ 2 Diabetiker zugute kommen. Generell kann jeder Prozentpunkt weniger im Ergebnis der A1C Bluttests – z.B. 8.0 zu 7.0 Prozent- das Risiko für Mikro-vaskuläre Komplikationen- Augen, Nieren und Nervenerkrankungen – um 40% verringern.
- Bei Patienten mit Typ 1 Diabetes sorgt eine intensive Langzeit-Therapie mit Insulin für eine deutliche Verbesserung zur Verminderung von den Risiken durch kardiovaskuläre Erkrankungen.
Blutdruckkontrolle
- Die Kontrolle des Blutdrucks reduziert das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen – Herzerkrankungen oder Schlaganfall- bei Personen mit Diabetes um 33 bis 50 %. Das Risiko für mikrovaskuläre Komplikationen –Auge, Nieren und Nervenkrankheiten-sinkt auf nahezu 33 Prozent.
- Generell gilt für jede 10 mm Hg des systolischen Blutdrucks reduziert sich das Risiko für Diabetes-verursachte Komplikationen um 12 Prozent.
Kontrolle der Blut-Lipide
- Die verbesserte Kontrolle des LDL Cholesterins kann das Auftreten von kardiovaskulären Komplikationen um 20 bis 50 % verringern.